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13 KiB

Go-to-Market 30-60-90 Tage

Stand: 2026-06-15

Kurzfazit

Die naechsten 90 Tage sollten nicht mit breitem Marketing, sondern mit einem scharfen Beachhead beginnen:

  • Primaere Zielgruppe: Teams, Vereine und kleine Community-Standorte mit 10-50 aktiven Nutzern, die heute Papier, Excel oder lose Strichlisten verwenden.
  • Sekundaere Zielgruppe: Coworking-Standorte nur als sales-assistierter Pilot, nicht als Hauptbotschaft auf der allgemeinen Startseite.
  • Kernversprechen: Papier bleibt moeglich. Abrechnung wird sauber. RFID kommt, wenn es sich wirklich lohnt.

Das Ziel bis Tag 90 ist nicht Reichweite, sondern belastbares Marktfeedback:

  • 10+ Discovery-Gespraeche
  • 3-5 aktive Pilotkunden
  • 2 zahlungsbereite Referenzen oder Verlangerungen
  • ein belastbarer Preiskorridor
  • ein sauber messbarer Lead-zu-Aktivierungs-Funnel

Repo-basierte Diagnose

Das Produkt ist fuer fruehe Pilotkunden weiter als die Vermarktung.

  • Die Startseite erklaert das System technisch stark, aber den operativen Nutzen noch zu wenig. In resources/views/home/index.php stehen aktuell PHP/MySQL, Netcup-Webspace und RFID-Roadmap sehr weit vorne.
  • Die CTA-Struktur ist zu hart fuer Erstkontakt. Auf der Startseite gibt es aktuell primaer Mandant starten, aber keinen sichtbaren Demo ansehen, Pilot anfragen oder Kontakt.
  • Die Paketsektion nennt Pakete, aber keine oeffentlich validierte Preislogik, keine Mitgliedergrenzen und keine Testzusage.
  • Tracking ist in docs/marketing-ops.md sauber gedacht, aber im Produkt noch nicht sichtbar umgesetzt.
  • Gleichzeitig ist das Produkt onboardingfaehig: app/Services/TenantRegistrationService.php legt beim Signup bereits Owner, Standardprodukte, Quellen und Grundeinstellungen an. Das ist eine gute Basis fuer Demo, Trial und Pilot.

Positionierung

Empfehlung

Nicht Kaffeekasse fuer alle vermarkten. Stattdessen ein klares Einstiegsproblem verkaufen:

  • Wir ersetzen nicht eure Gewohnheit auf einen Schlag.
  • Wir machen aus Papier, Nachtrag und Selbstbedienung eine saubere Abrechnung.
  • Wenn ihr spaeter RFID wollt, muesst ihr nicht neu anfangen.

Empfohlene Marktansprache

  • Primaer: Vereinsvorstand, Getraenkewart, Office Manager, Team-Admin, Community Manager, die heute Fehler, Rueckfragen und fehlende Einzahlungen manuell klaeren.
  • Sekundaer: Coworking-Betreiber mit Community-Kueche oder Honesty Bar. Hier ist das Produkt eher eine schlanke Beverage-Operations-Loesung als eine komplette Coworking-Plattform.

Messaging-Hierarchie

  • Hauptclaim: Die Kaffeekasse fuer Teams und Vereine, die noch nicht ganz auf Papier verzichten wollen.
  • Unterclaim: Digitale Buchungen, Papier-Nacherfassung und spaeter RFID - alles in einer nachvollziehbaren Abrechnung.
  • Beweis 1: Mitglieder, Produkte, Einzahlungen und Salden in einem Ablauf
  • Beweis 2: Sofort startklar im Browser, Tablet oder Kiosk
  • Beweis 3: RFID nicht heute noetig, aber morgen anschliessbar

Was nicht in die Hero-Message gehoert

  • PHP/MySQL
  • Netcup
  • mandantenfaehig
  • Ledger

Diese Begriffe sind sinnvoll fuer Betrieb, Doku und Technikvertrauen, aber nicht fuer den ersten Kaufimpuls.

Demo-Setup

Warum das jetzt Prioritaet hat

Aktuelle Wettbewerber kombinieren sehr oft Demo oder Trial mit sehr einfacher Preislogik. Stand 2026-06-15:

  • Getraenkewart kommuniziert eine sofortige Demo und eine kostenlose kleine Einstiegsstufe.
  • Clubfridge stellt ein Testsystem und 30 Tage Gratis-Test in den Vordergrund.
  • Cobot kombiniert Try it for free und Schedule a demo.

Die Lehre daraus: Frueher Markt will erst sehen, dann glauben, dann kaufen.

Empfohlenes Demo-Setup

  • Ein Team-Demo mit 12 Mitgliedern, 4 Produkten, 30 Buchungen und 3 Einzahlungen
  • Ein Verein-Demo mit Papierliste als Entwurf plus verbuchter Papierliste
  • Ein Coworking-Demo mit vorbereiteten RFID-Geraeten, Tags und Events, aber ohne die RFID-Roadmap als Hauptverkaufspunkt zu missbrauchen

Empfohlene Demo-Artefakte

  • Oeffentliche Browser-Demo mit taeglichem oder stuendlichem Reset
  • 7-Minuten-Live-Demo-Skript
  • 90-Sekunden-Klickpfad fuer die Startseite: Mitglied anlegen -> Buchung erfassen -> Einzahlung buchen -> Papierliste verbuchen
  • Einseitiges Pilot-PDF: Was wird in 14 Tagen gemeinsam getestet?

Demo-Story

  • Problem: Striche fehlen, Spaetzahler fehlen, niemand will am Monatsende rechnen
  • Heute: Papier bleibt erlaubt
  • Morgen: Digitale Selbstbuchung spart Rueckfragen
  • Spaeter: RFID ist ein Upgrade, kein Neuanfang

Landingpage-Verbesserungen

Sofort priorisieren

  • Hero von technischer auf operative Sprache drehen
  • Primaere CTA auf Demo ansehen oder Pilot anfragen
  • Sekundaere CTA auf Kostenlos testen
  • Einen Abschnitt Fuer wen ist das? mit drei Kacheln: Team, Verein, Coworking-Kueche
  • Einen Abschnitt So startet ihr in 1 Nachmittag
  • Einen Abschnitt Papier heute, digital morgen, RFID spaeter

Danach

  • Preissektion mit realen Stufen statt nur Paketnamen
  • FAQ zu Brauchen wir App-Downloads?, Kann Papier bleiben?, Was kostet RFID spaeter?, Wie schnell sind wir live?
  • Vertrauenselemente: Hosting in DE/EU, Datenschutz, keine Kreditkarte fuer Pilot, persoenliche Begleitung
  • Spater: Logos, Zitate und Mini-Case-Studies von echten Piloten

Konkrete Copy-Richtung fuer die Hero

  • Headline: Die Kaffeekasse ohne Zettelchaos
  • Subline: Erfasst Kaffee, Getraenke und Einzahlungen digital, fuehrt Papierlisten weiter und haltet Salden sauber nachvollziehbar - fuer Teams, Vereine und Community-Standorte.
  • CTA 1: Demo ansehen
  • CTA 2: Pilot starten

Lead-Funnel

Zielbild

Nicht direkt von Landing Visit zu voller Self-Service-Registrierung optimieren. Dazwischen braucht es eine niedrigere Huerde.

Empfohlener Funnel:

  1. Landing Visit
  2. CTA Klick auf Demo ansehen oder Pilot anfragen
  3. Lead erfasst
  4. Demo angesehen oder Termin gebucht
  5. Pilot zugesagt
  6. Tenant angelegt
  7. Erste Buchung innerhalb von 24 Stunden
  8. Erste Einzahlung oder erste Papierliste innerhalb von 7 Tagen
  9. Verlaengerung oder Upgrade

Minimaler Funnel fuer die ersten 90 Tage

  • Kanal 1: Warmes Netzwerk
  • Kanal 2: Direktansprache lokaler Vereine, Coworking-Spaces, Bueros, Feuerwehren, Gemeinschaftsraeume
  • Kanal 3: 2-3 kurze Content-Stuecke mit konkretem Problemfokus: Excel vs. Kaffeeliste, Papierliste sauber nacherfassen, Wann lohnt sich RFID wirklich?

Tracking, das sofort noetig ist

Die Eventnamen existieren schon in docs/marketing-ops.md. Fuer die ersten 90 Tage reicht:

  • landing_view
  • demo_clicked
  • pilot_requested
  • register_started
  • tenant_registered
  • first_consumption_recorded
  • first_payment_recorded
  • paper_sheet_created

CRM-Minimum

Noch kein grosses CRM-Projekt starten. Eine einfache Tabelle oder ein sehr schlankes CRM reicht mit diesen Feldern:

  • Organisation
  • Segment
  • Ansprechpartner
  • Problem heute
  • Anzahl Nutzer
  • Heute Papier, digital oder gemischt
  • Interesse an RFID spaeter: ja/nein
  • Status: neu, demo, pilot, aktiv, verloren
  • Grund fuer Verlust

Pricing-Validierung

Marktbeobachtung am 2026-06-15

  • Getraenkewart kommuniziert eine einfache Preislogik von 20 Cent pro Mitglied und Monat, mit 0 EUR fuer sehr kleine Teams und 5 EUR / Monat fuer 25 Mitglieder.
  • selbstbedienBar zeigt eine kostenlose Einstiegsstufe mit bis zu 5 Usern.
  • Clubfridge bewirbt 30 Tage Gratis-Test und argumentiert ueber geringe laufende Kosten und klare Einsparung von Verwaltungsaufwand.
  • Cobot liegt als Coworking-Management-Plattform deutlich hoeher und eignet sich eher als Referenz fuer den sales-assistierten Coworking-Pfad als fuer die breite Preiserwartung im Vereins- und Teamsegment.

Schlussfolgerung

Der Team-/Vereinsmarkt ist preissensibel. Eine normale B2B-SaaS-Optik mit hohem Einstiegspreis wird dort frueh bremsen. Gleichzeitig ist Coworking als Segment eher bereit, fuer operative Zuverlaessigkeit und spaetere Integrationen mehr zu zahlen.

Validierungsansatz

Nicht sofort eine endgueltige Preisarchitektur festschreiben. In den ersten Piloten zwei Preislogiken testen:

  • Variante A: flache Standortpreise
    • Beispiel: 9 EUR, 19 EUR, 39 EUR
  • Variante B: faire Mitgliederlogik
    • Beispiel: 0,20 EUR pro aktivem Mitglied/Monat mit Mindestpreis

Was oeffentlich sichtbar sein sollte

  • 30 Tage Pilot oder Testphase
  • Kein Kreditkarten-Zwang am Anfang
  • RFID nicht oeffentlich festpreisen, sondern auf Anfrage / Pilot
  • Klarer Satz: Fuer groessere Standorte oder RFID-Szenarien sprechen wir kurz direkt miteinander

Was in jedem Gespraech abgefragt werden sollte

  • Wie viele aktive Nutzer gibt es wirklich?
  • Wie viel Verwaltungszeit spart das pro Monat?
  • Ist eher pro Mitglied oder pro Standort gefuehlt fair?
  • Wuerde man ohne RFID schon zahlen?
  • Ist Papier-Nacherfassung kaufentscheidend oder nur hilfreich?

Erster Pilotkundenprozess

Idealer Pilotkunde

  • 10-50 aktive Nutzer
  • klares heutiges Problem mit Papier, Excel oder Nachbuchungen
  • ein verantwortlicher Owner
  • Bereitschaft, 14 Tage aktiv zu testen
  • Bereitschaft fuer 2 Feedback-Termine

Pilotablauf

  1. 20-Minuten-Qualifizierung
  2. 30-Minuten-Demo entlang des echten Prozesses
  3. Pilotzusage mit klarem Testziel
  4. Tenant anlegen und Owner live einrichten
  5. Binnen 24 Stunden erste echte Buchung
  6. Tag 7: Check-in zu Aktivierung, Rueckfragen, Widerstaenden
  7. Tag 14 oder 21: Review, Preisgespraech, Verlaengerung oder Abschluss

Pilot-Erfolgskriterien

  • Owner ist aktiv
  • mindestens 5-10 Mitglieder angelegt
  • mindestens 20 echte Buchungen
  • mindestens 1 Einzahlung oder 1 Papierlisten-Posting
  • kein schwerer Vertrauensbruch in Salden oder Nachvollziehbarkeit
  • klare Aussage: Wuerden wir dafuer zahlen?

Pilotangebot

  • Begleiteter Pilot fuer 14 oder 30 Tage
  • Einrichtung gemeinsam in 30 Minuten
  • Keine Datenmigration noetig
  • Feedback gegen guenstige Early-Adopter-Konditionen

Priorisierte 30-60-90-Tage-Empfehlung

Tage 1-30

Ziel: Message klaeren, Demo faehig machen, erste Gespraeche starten.

  • Einen Beachhead final auswaehlen: Teams/Vereine mit Hybrid-Prozess sollte aktuell gewinnen.
  • Startseite sprachlich neu ausrichten und technische Begriffe aus der Hero nach unten verschieben.
  • Demo-Umgebung mit 2-3 vorbereiteten Tenants aufsetzen.
  • CTA-Struktur erweitern: Demo ansehen, Pilot anfragen, Kostenlos testen
  • Minimales Tracking fuer Landing, Demo, Signup und Aktivierung einbauen.
  • Outreach-Liste mit 50 passenden Erstkontakten aufbauen, zuerst warm, dann lokal-kalt.
  • 10 Discovery-Gespraeche fuehren.
  • 3 Pilotkunden anbahnen.

Messbar bis Tag 30:

  • 10 Gespraeche
  • 3 qualifizierte Pilotkandidaten
  • 1 funktionierende Browser-Demo
  • 1 Landingpage-Version mit klarer Botschaft

Tage 31-60

Ziel: Piloten aktivieren, Preissignale einsammeln, erste Beweise erzeugen.

  • 2-3 Piloten live nehmen.
  • Zwei Pricing-Frames in Gespraechen testen: pro Standort vs. pro Mitglied
  • Erste Landingpage-Variante nach Segment pruefen: Verein/Team gegen Coworking
  • Pilot-Onboarding standardisieren: Checkliste, Demo-Skript, Follow-up-Mail, Tag-7-Review
  • Ein erstes Mini-Case-Study-Format bauen: Problem, Einfuehrung, erste Ergebnisse, Zitat
  • Die haeufigsten Einwaende und Kaufgruende dokumentieren.

Messbar bis Tag 60:

  • 2-3 aktive Piloten
  • 70% der Piloten mit erster Buchung in 24 Stunden
  • 2 belastbare Preisreaktionen pro Segment
  • 1-2 verwertbare Kundenstimmen

Tage 61-90

Ziel: Gewinner schaerfen, erste bezahlte Wiederholbarkeit bauen.

  • Gewinner-Positionierung oeffentlich festziehen.
  • Eine oeffentliche Preislogik veroeffentlichen, aber RFID weiter als gesonderten Sales-Pfad lassen.
  • Referenzen und Vertrauenselemente auf die Startseite bringen.
  • Den Pilotprozess in einen wiederholbaren Demo -> Pilot -> Paid Ablauf ueberfuehren.
  • 2 Piloten in bezahlte Kunden oder verlaengerte Nutzung umwandeln.
  • Entscheiden, ob Coworking eine eigene Unterseite und eigene Sales-Story verdient oder vorerst nur Upside bleibt.

Messbar bis Tag 90:

  • 3-5 aktive Pilotkunden insgesamt
  • 2 zahlungsbereite oder zahlende Referenzkunden
  • 1 veroeffentlichte Preislogik
  • klarer Entscheid zur Rolle von Coworking im GTM

Klare Priorisierung

Wenn nur wenig Kapazitaet da ist, dann in genau dieser Reihenfolge:

  1. Positionierung fuer einen Beachhead
  2. Demo und Pilotprozess
  3. Landingpage-CTA und Tracking
  4. Pricing-Validierung in echten Gespraechen
  5. Erst danach breitere Content- oder Paid-Massnahmen

Was ich explizit nicht priorisieren wuerde

  • Paid Ads vor dem ersten wiederholbaren Pilotprozess
  • eine zu breite Positionierung fuer Teams, Vereine und Coworking gleichzeitig
  • oeffentliche RFID-Versprechen, die noch keine echte Kaufhuerde geloest haben
  • grosse CRM- oder Marketing-Automation-Projekte vor den ersten 3-5 Piloten

Externe Referenzen

Stand 2026-06-15: