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clemensandClaude Opus 5 52b1726698 Deployment-Vorbereitung: Ausschlussliste, .htaccess-Haertung, Doku
Vor dem ersten FTP-Deploy nach /testumgebung.kaffeeliste.de/httpdocs/
fehlte jede Absicherung des Upload-Umfangs: sync_config.jsonc hatte eine
leere excludePath-Liste, es waeren also .git (komplett herunterladbar),
.env.local (Dev-DB-Zugangsdaten) und sync_config.jsonc selbst (enthaelt
das FTP-Passwort im Klartext) mit ausgeliefert worden. Von diesen dreien
war keines von den bestehenden .htaccess-Regeln erfasst.

- sync_config.jsonc: excludePath gefuellt; scripts/ und database/ bleiben
  bewusst im Deploy, weil die Plesk-Scheduled-Tasks sie vom Webspace aus
  ausfuehren.
- .htaccess: sync_config.jsonc und Dotfile-Ordner gesperrt, Vendor-
  Verzeichnisse (TCPDF/PHPMailer/DataTables) fuer direkte URL-Aufrufe
  gesperrt, HTTPS-Redirect ergaenzt (ohne ihn bekam ein http-Besucher
  eine Session ohne secure-Flag).
- PHPMailer/ entfernt: enthielt nur noch LICENSE, composer.json und ein
  per URL erreichbares get_oauth_token.php, kein Quellcode. Der Versand
  laeuft seit M6 ueber saas_send_mail().
- docs/deployment.md: Umgebungen, Deploy-Ablauf, Migrationen und
  Cron-Jobs ueber Plesk Scheduled Tasks (kein SSH verfuegbar),
  Mail-/DNS-, Stripe- und PayPal-Voraussetzungen, Go-Live-Checkliste.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-06 15:45:01 +02:00

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Raw Blame History

Deployment und Go-Live

Stand: 2026-08-06

Dieses Dokument beschreibt, wie die Anwendung auf den Netcup-Webspace (Plesk) ausgerollt und in Betrieb genommen wird. Es ergänzt docs/betrieb-backup-monitoring.md (Backup/Monitoring) und docs/betrieb-mail.md (Mailversand).

Umgebungen

Umgebung Host Webroot Zweck
Staging testumgebung.kaffeeliste.de /testumgebung.kaffeeliste.de/httpdocs/ Vollständiger Durchlauf vor jedem Produktiv-Deploy
Produktion app.kaffeeliste.de (App) + kaffeeliste.de (Marketing) noch einzurichten Echtbetrieb

Beide Umgebungen brauchen eigene Datenbanken und eigene env.local.php. Die Staging-Umgebung läuft mit Stripe-Testkeys, die Produktion mit Live-Keys.

Host-Split beachten

index.php prüft den Request-Host gegen APP_HOST: stimmt er nicht überein, wird statt des Dashboards die Landingpage ausgeliefert. Auf Staging muss deshalb APP_HOST=testumgebung.kaffeeliste.de gesetzt sein, sonst kommt man nie ins Dashboard.

In Produktion zeigen beide Vhosts (kaffeeliste.de und app.kaffeeliste.de) auf dasselbe Webroot; APP_HOST=app.kaffeeliste.de sorgt dann automatisch dafür, dass die Marketing-Domain die Landingpage und die App-Domain das Dashboard zeigt.

Was deployt wird — und was nicht

Der Upload läuft über den FTP-Sync (sync_config.jsonc, Umgebung netcup). Die Ausschlussliste dort ist sicherheitsrelevant und darf nicht geleert werden:

Nicht ausliefern: .git, .gitignore, .claude, .local, .vscode, .env.local, env.local.php, sync_config.jsonc, var/, docs/, README.md.

  • .git wäre sonst komplett herunterladbar (kompletter Quellcode plus Historie).
  • .env.local enthält die Zugangsdaten der Entwicklungsdatenbank.
  • sync_config.jsonc enthält das FTP-Passwort im Klartext.
  • var/ ist Laufzeitzustand des Servers (Sessions, Uploads) und würde vom lokalen Stand überschrieben.

scripts/ und database/ werden mit ausgeliefert — die Plesk-Scheduled-Tasks führen sie vom Webspace aus. Per URL sind sie durch die .htaccess gesperrt.

Zusätzlich sperrt die .htaccess var|database|scripts|docs|app|lib, die Vendor-Verzeichnisse TCPDF|PHPMailer|DataTables, Dotfile-Ordner sowie Konfigurationsdateien und .sql/.md/.jsonc/.sh/.log-Dateien. Sie erzwingt außerdem HTTPS — ohne Redirect käme ein Nutzer per http an und bekäme eine Session-Cookie ohne secure-Flag.

Erstinbetriebnahme einer Umgebung

1. Hosting-Voraussetzungen prüfen

In Plesk unter PHP-Einstellungen bzw. über eine temporäre phpinfo()-Datei kontrollieren:

  • PHP ≥ 8.1
  • Extensions: pdo_mysql, fileinfo (CSV-Upload), openssl, imap (nur für den PayPal-Mailabruf nötig)
  • allow_url_fopen = Onapp/stripe.php und app/dolibarr.php sprechen ihre APIs bewusst über PHP-Streams statt cURL an und fallen ohne diese Einstellung aus
  • display_errors = Off, log_errors = On (siehe docs/betrieb-backup-monitoring.md)
  • Let's-Encrypt-Zertifikat für den Host ausgestellt

Die temporäre phpinfo()-Datei danach wieder löschen.

2. Datenbank anlegen

In Plesk eine leere MySQL-Datenbank samt eigenem Benutzer anlegen. Die Zugangsdaten werden gleich in env.local.php eingetragen.

Die vorhandene Entwicklungsdatenbank nicht übernehmen: sie enthält ausschließlich Testdaten inklusive des migrierten Default-Mandanten aus der Legacy-App.

3. Dateien hochladen

FTP-Sync ausführen. Danach prüfen, dass folgende URLs 403/404 liefern und nicht etwa Inhalt:

https://<host>/sync_config.jsonc
https://<host>/.env.local
https://<host>/.git/config
https://<host>/scripts/migrate.php
https://<host>/docs/deployment.md
https://<host>/app/bootstrap.php

Liefert eine davon Inhalt, greift die .htaccess nicht (z. B. weil AllowOverride deaktiviert ist) — dann erst weitermachen, wenn das geklärt ist.

4. env.local.php anlegen

env.local.example.php als Vorlage nehmen, ausfüllen und direkt per FTP als env.local.php ins Webroot legen. Die Datei ist bewusst nicht im Repository und wird nicht mit deployt, damit ein Deploy sie nie überschreibt.

Für Staging mindestens:

putenv('APP_ENV=prod');            // 'dev' würde Mails nur ins Log schreiben
putenv('APP_HOST=testumgebung.kaffeeliste.de');
putenv('APP_TIMEZONE=Europe/Berlin');
putenv('APP_DB_DRIVER=mysql');
putenv('DB_HOST=localhost');
putenv('DB_NAME=…'); putenv('DB_USER=…'); putenv('DB_PASS=…');
putenv('APP_SESSION_PATH=' . __DIR__ . '/var/sessions');
putenv('APP_MAIL_TRANSPORT=mail');
putenv('APP_MAIL_FROM=noreply@kaffeeliste.de');

Stripe-, Dolibarr- und IMAP-Werte je Umgebung ergänzen (siehe unten).

5. Schreibrechte für var/

app_start_session() legt var/sessions bei Bedarf selbst an, braucht dafür aber Schreibrechte im Webroot. Nach dem ersten Aufruf prüfen, dass var/sessions existiert und beschreibbar ist; ebenso var/uploads für den CSV-Import. Beide sind per .htaccess von außen gesperrt.

6. Migrationen einspielen

Es gibt 24 versionierte Migrationen in database/migrations/, angewendet über scripts/migrate.php. Das Skript ist idempotent und wendet nur fehlende Migrationen an.

Ohne SSH-Zugang läuft das über Plesk → Geplante Aufgaben (Scheduled Tasks) als einmalig ausgeführter Task vom Typ PHP-Skript ausführen:

Skriptpfad: /httpdocs/scripts/migrate.php

Der Task muss nach dem Ausführen wieder deaktiviert oder gelöscht werden. Die Ausgabe (Applied migration: … bzw. No new migrations.) lässt sich per E-Mail-Benachrichtigung des Tasks kontrollieren.

Alternative ohne Scheduled Task: die Migrationsdateien der Reihe nach in phpMyAdmin importieren — dann fehlt allerdings der Eintrag in der Versionstabelle, den migrate.php pflegt. Der Scheduled-Task-Weg ist deutlich vorzuziehen.

Nach jedem Deploy mit neuen Migrationen wiederholen.

7. Ersten Mandanten anlegen

Über register.php auf dem konfigurierten Host registrieren. Für Plattform-Administrationsrechte (Back-Office über alle Mandanten hinweg) anschließend scripts/grant-platform-admin.php als einmaligen Plesk-Task ausführen.

Wiederkehrende Aufgaben (Plesk Scheduled Tasks)

Ohne diese Tasks fehlen Zahlungserinnerungen, die automatische PayPal-Verbuchung und — kritisch — die Backups.

Task Skript / Befehl Empfohlener Takt
Zahlungserinnerungen /httpdocs/scripts/send-payment-reminders.php täglich, z. B. 07:00
PayPal-Mailabruf /httpdocs/scripts/fetch-paypal-payments.php alle 1530 Minuten
Datenbank-Backup Shell-Befehl, siehe docs/betrieb-backup-monitoring.md täglich nachts

Zum Backup-Task: Das Zielverzeichnis muss außerhalb von httpdocs liegen (z. B. /backups auf Vhost-Ebene), sonst wären die Dumps öffentlich abrufbar. Zusätzlich mindestens eine Kopie an einen anderen Ort übertragen — ein Backup, das nur auf demselben Webspace liegt, schützt nicht gegen den Ausfall des Anbieters.

Vor der Scharfschaltung beide PHP-Tasks einmal manuell auslösen. send-payment-reminders.php unterstützt dafür --dry-run.

Mailversand und DNS

Der Versand läuft über PHPs mail() (APP_MAIL_TRANSPORT=mail, siehe docs/betrieb-mail.md). Das betrifft Registrierungsbestätigung, E-Mail-Verifikation, Passwort-Reset, Mitglieder-Einladungen, Zahlungserinnerungen und den Massenmailversand — also den kompletten Onboarding-Pfad.

Vor Go-Live für die Absenderdomain einrichten und prüfen:

  • SPF-Eintrag, der den Mailserver des Webspace autorisiert
  • DKIM-Signierung (in Plesk pro Domain aktivierbar)
  • DMARC-Eintrag
  • APP_MAIL_FROM auf eine echte Adresse der eigenen Domain setzen — eine fremde Absenderdomain bricht SPF/DKIM

Testen mit einer Registrierung auf eine externe Adresse (Gmail/Outlook) und Kontrolle, ob die Mail im Posteingang statt im Spam landet. Fehlversuche stehen in der Tabelle outbound_emails mit status = 'failed'.

Stripe und Dolibarr

Details zur Funktionsweise stehen in docs/billing.md. Für den Go-Live:

  1. Staging mit Stripe-Test-Keys betreiben und den kompletten Ablauf einmal durchspielen: Checkout, Upgrade, Downgrade, Kündigung, Customer Portal.
  2. Webhook-Endpunkt im Stripe-Dashboard auf https://<host>/stripe-webhook.php registrieren (je Umgebung einen eigenen) und das dort erzeugte Signing Secret als STRIPE_WEBHOOK_SECRET eintragen. Ohne gültiges Secret weist stripe-webhook.php alle Ereignisse ab.
  3. Für Produktion auf Live-Keys wechseln und den Webhook erneut registrieren — Test- und Live-Modus haben getrennte Webhooks und getrennte Secrets.
  4. Dolibarr: DOLIBARR_URL und DOLIBARR_API_KEY eintragen. Achtung, das ist die produktive Buchhaltungsinstanz des Kunden, es gibt keine Sandbox. Der validate()-Aufruf beim Rechnungsabschluss ist laut docs/billing.md bewusst nie live getestet worden — der erste echte Zahlungseingang ist dessen erster Test. Danach in Dolibarr kontrollieren, ob die Rechnung korrekt angelegt und validiert wurde.

PayPal-Postfach

Für die automatische Verbuchung weitergeleiteter PayPal-Zahlungsmails muss das Postfach aus PAYPAL_INBOX_BASE (Vorgabe zahlungen@kaffeeliste.de) existieren und Plus-Adressierung an dieselbe Mailbox zustellen (Catch-All), damit die pro Mandant generierten Adressen zahlungen+<token>@… ankommen. IMAP-Zugangsdaten in env.local.php eintragen und die imap-Extension auf dem Host prüfen.

Deploy-Ablauf für ein Update

  1. Lokal committen und pushen.
  2. FTP-Sync ausführen (Ausschlussliste greift automatisch).
  3. Falls neue Migrationen dabei sind: Migrations-Task in Plesk einmal auslösen.
  4. Stichprobe: Login, Dashboard, eine Strich-Buchung, PDF-Export.

Ein echtes Rollback gibt es nicht; im Fehlerfall wird der vorherige Commit-Stand erneut hochgeladen. Migrationen sind nicht rückwärts lauffähig — vor einem Deploy mit Schemaänderungen daher immer ein frisches Backup ziehen.

Go-Live-Checkliste

Vor der Umstellung auf app.kaffeeliste.de:

  • Kompletter Funktionsdurchlauf auf Staging erfolgreich (Registrierung, Mailversand, Mitglieder, Striche, Einzahlungen, CSV-Import, PDF-Export, Jahresauswertung, Stripe im Testmodus)
  • Die sechs Abruf-Tests aus Schritt 3 liefern alle 403/404
  • display_errors produktiv aus, log_errors an
  • SPF/DKIM/DMARC gesetzt, Testmail landet nicht im Spam
  • Backup-Task läuft und ein Restore wurde einmal testweise eingespielt (docs/betrieb-backup-monitoring.md)
  • Stripe-Live-Keys und Produktiv-Webhook eingetragen
  • Impressum, AGB und Datenschutzerklärung inhaltlich freigegeben
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) für Kunden vorbereitet
  • Frische Produktivdatenbank ohne Testdaten

Bewusst offen

  • Content-Security-Policy: nicht gesetzt, weil die Templates durchgängig Inline-Styles nutzen. Begründung und Umfang in docs/m8-haertung.md.
  • Automatisiertes Deployment (CI/CD, Build-Schritt): nicht eingerichtet. Bei einer flachen PHP-App ohne Build-Prozess und einem einzelnen Deployer ist der FTP-Sync angemessen.
  • DataTables/ und js/: liegen im Repo, werden aber von keiner Seite mehr eingebunden. Sie sind per .htaccess gesperrt und können bei Gelegenheit entfernt werden.