Die Mail-Verarbeitung ignorierte bisher die PayPal-Schalter: eingehende Zahlungen wurden auch dann automatisch gutgeschrieben, wenn der Betreiber die Funktion gesperrt oder der Mandant PayPal abgeschaltet hatte. Jetzt wird die Zahlung in dem Fall geparkt - gespeichert, aber ohne Buchung. Wegwerfen liesse eine echte Zahlung unbemerkt verschwinden, buchen widersprache der Abschaltung; die Zuordnungsseite bleibt fuer offene Zahlungen ja erreichbar. --dry-run war bisher irrefuehrend: es liess die Verarbeitung samt Buchung laufen und uebersprang nur das Setzen des Gelesen-Flags - ausgerechnet beim ersten Testlauf haette es also echtes Geld verbucht. Der Probelauf nutzt jetzt paypal_preview(), das nichts schreibt und meldet, was passieren wuerde (would_book/would_queue/would_park/duplicate). scripts/check-paypal-inbox-flow.php deckt die Kette ohne IMAP ab: Absenderpruefung, Token, Parser, Zuordnung, Netto-Buchung, Dedup, beide Park-Faelle und die Schreibfreiheit der Vorschau. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
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Deployment und Go-Live
Stand: 2026-08-06
Dieses Dokument beschreibt, wie die Anwendung auf den Netcup-Webspace
(Plesk) ausgerollt und in Betrieb genommen wird. Es ergänzt
docs/betrieb-backup-monitoring.md (Backup/Monitoring) und
docs/betrieb-mail.md (Mailversand).
Umgebungen
| Umgebung | Host | Webroot | Zweck |
|---|---|---|---|
| Staging | testumgebung.kaffeeliste.de |
/testumgebung.kaffeeliste.de/httpdocs/ |
Vollständiger Durchlauf vor jedem Produktiv-Deploy |
| Produktion | app.kaffeeliste.de (App) + kaffeeliste.de (Marketing) |
noch einzurichten | Echtbetrieb |
Beide Umgebungen brauchen eigene Datenbanken und eigene
env.local.php. Die Staging-Umgebung läuft mit Stripe-Testkeys, die
Produktion mit Live-Keys.
Host-Split beachten
index.php prüft den Request-Host gegen APP_HOST: stimmt er nicht
überein, wird statt des Dashboards die Landingpage ausgeliefert. Auf
Staging muss deshalb APP_HOST=testumgebung.kaffeeliste.de gesetzt sein,
sonst kommt man nie ins Dashboard.
In Produktion zeigen beide Vhosts (kaffeeliste.de und
app.kaffeeliste.de) auf dasselbe Webroot; APP_HOST=app.kaffeeliste.de
sorgt dann automatisch dafür, dass die Marketing-Domain die Landingpage
und die App-Domain das Dashboard zeigt.
Was deployt wird — und was nicht
Der Upload läuft über den FTP-Sync (sync_config.jsonc, Umgebung
netcup). Die Ausschlussliste dort ist sicherheitsrelevant und darf nicht
geleert werden:
Nicht ausliefern: .git, .gitignore, .claude, .local, .vscode,
.env.local, env.local.php, sync_config.jsonc, var/, docs/,
README.md.
.gitwäre sonst komplett herunterladbar (kompletter Quellcode plus Historie)..env.localenthält die Zugangsdaten der Entwicklungsdatenbank.sync_config.jsoncenthält das FTP-Passwort im Klartext.var/ist Laufzeitzustand des Servers (Sessions, Uploads) und würde vom lokalen Stand überschrieben.
scripts/ und database/ werden mit ausgeliefert — die
Plesk-Scheduled-Tasks führen sie vom Webspace aus. Per URL sind sie durch
die .htaccess gesperrt.
Zusätzlich sperrt die .htaccess var|database|scripts|docs|app|lib,
die Vendor-Verzeichnisse TCPDF|PHPMailer|DataTables, Dotfile-Ordner
sowie Konfigurationsdateien und .sql/.md/.jsonc/.sh/.log-Dateien.
Sie erzwingt außerdem HTTPS — ohne Redirect käme ein Nutzer per http an
und bekäme eine Session-Cookie ohne secure-Flag.
Erstinbetriebnahme einer Umgebung
1. Hosting-Voraussetzungen prüfen
In Plesk unter PHP-Einstellungen bzw. über eine temporäre
phpinfo()-Datei kontrollieren:
- PHP ≥ 8.1
- Extensions:
pdo_mysql,fileinfo(CSV-Upload),openssl,imap(nur für den PayPal-Mailabruf nötig) allow_url_fopen = On—app/stripe.phpundapp/dolibarr.phpsprechen ihre APIs bewusst über PHP-Streams statt cURL an und fallen ohne diese Einstellung ausdisplay_errors = Off,log_errors = On(siehedocs/betrieb-backup-monitoring.md)- Let's-Encrypt-Zertifikat für den Host ausgestellt
Die temporäre phpinfo()-Datei danach wieder löschen.
2. Datenbank anlegen
In Plesk eine leere MySQL-Datenbank samt eigenem Benutzer anlegen. Die
Zugangsdaten werden gleich in env.local.php eingetragen.
Die vorhandene Entwicklungsdatenbank nicht übernehmen: sie enthält ausschließlich Testdaten inklusive des migrierten Default-Mandanten aus der Legacy-App.
3. Dateien hochladen
FTP-Sync ausführen. Danach prüfen, dass folgende URLs 403/404 liefern und nicht etwa Inhalt:
https://<host>/sync_config.jsonc
https://<host>/.env.local
https://<host>/.git/config
https://<host>/scripts/migrate.php
https://<host>/docs/deployment.md
https://<host>/app/bootstrap.php
Liefert eine davon Inhalt, greift die .htaccess nicht (z. B. weil
AllowOverride deaktiviert ist) — dann erst weitermachen, wenn das
geklärt ist.
4. env.local.php anlegen
env.local.example.php als Vorlage nehmen, ausfüllen und direkt per
FTP als env.local.php ins Webroot legen. Die Datei ist bewusst nicht
im Repository und wird nicht mit deployt, damit ein Deploy sie nie
überschreibt.
Für Staging mindestens:
putenv('APP_ENV=prod'); // 'dev' würde Mails nur ins Log schreiben
putenv('APP_HOST=testumgebung.kaffeeliste.de');
putenv('APP_TIMEZONE=Europe/Berlin');
putenv('APP_DB_DRIVER=mysql');
putenv('DB_HOST=localhost');
putenv('DB_NAME=…'); putenv('DB_USER=…'); putenv('DB_PASS=…');
putenv('APP_SESSION_PATH=' . __DIR__ . '/var/sessions');
putenv('APP_MAIL_TRANSPORT=mail');
putenv('APP_MAIL_FROM=noreply@kaffeeliste.de');
Stripe-, Dolibarr- und IMAP-Werte je Umgebung ergänzen (siehe unten).
5. Schreibrechte für var/
app_start_session() legt var/sessions bei Bedarf selbst an, braucht
dafür aber Schreibrechte im Webroot. Nach dem ersten Aufruf prüfen, dass
var/sessions existiert und beschreibbar ist; ebenso var/uploads für
den CSV-Import. Beide sind per .htaccess von außen gesperrt.
6. Migrationen einspielen
Es gibt 24 versionierte Migrationen in database/migrations/, angewendet
über scripts/migrate.php. Das Skript ist idempotent und wendet nur
fehlende Migrationen an.
Ohne SSH-Zugang läuft das über Plesk → Geplante Aufgaben (Scheduled Tasks) als einmalig ausgeführter Task vom Typ PHP-Skript ausführen:
Skriptpfad: /httpdocs/scripts/migrate.php
Der Task muss nach dem Ausführen wieder deaktiviert oder gelöscht werden.
Die Ausgabe (Applied migration: … bzw. No new migrations.) lässt sich
per E-Mail-Benachrichtigung des Tasks kontrollieren.
Alternative ohne Scheduled Task: die Migrationsdateien der Reihe nach in
phpMyAdmin importieren — dann fehlt allerdings der Eintrag in der
Versionstabelle, den migrate.php pflegt. Der Scheduled-Task-Weg ist
deutlich vorzuziehen.
Nach jedem Deploy mit neuen Migrationen wiederholen.
7. Ersten Mandanten anlegen
Über register.php auf dem konfigurierten Host registrieren. Für
Plattform-Administrationsrechte (Back-Office über alle Mandanten hinweg)
anschließend scripts/grant-platform-admin.php als einmaligen
Plesk-Task ausführen.
Wiederkehrende Aufgaben (Plesk Scheduled Tasks)
Ohne diese Tasks fehlen Zahlungserinnerungen, die automatische PayPal-Verbuchung und — kritisch — die Backups.
| Task | Skript / Befehl | Empfohlener Takt |
|---|---|---|
| Zahlungserinnerungen | /httpdocs/scripts/send-payment-reminders.php |
täglich, z. B. 07:00 |
| PayPal-Mailabruf | /httpdocs/scripts/fetch-paypal-payments.php |
alle 15–30 Minuten |
| Datenbank-Backup | Shell-Befehl, siehe docs/betrieb-backup-monitoring.md |
täglich nachts |
Zum Backup-Task: Das Zielverzeichnis muss außerhalb von httpdocs
liegen (z. B. /backups auf Vhost-Ebene), sonst wären die Dumps
öffentlich abrufbar. Zusätzlich mindestens eine Kopie an einen anderen
Ort übertragen — ein Backup, das nur auf demselben Webspace liegt,
schützt nicht gegen den Ausfall des Anbieters.
Vor der Scharfschaltung beide PHP-Tasks einmal manuell auslösen.
send-payment-reminders.php unterstützt dafür --dry-run.
Mailversand und DNS
Der Versand läuft über PHPs mail() (APP_MAIL_TRANSPORT=mail, siehe
docs/betrieb-mail.md). Das betrifft Registrierungsbestätigung,
E-Mail-Verifikation, Passwort-Reset, Mitglieder-Einladungen,
Zahlungserinnerungen und den Massenmailversand — also den kompletten
Onboarding-Pfad.
Vor Go-Live für die Absenderdomain einrichten und prüfen:
- SPF-Eintrag, der den Mailserver des Webspace autorisiert
- DKIM-Signierung (in Plesk pro Domain aktivierbar)
- DMARC-Eintrag
APP_MAIL_FROMauf eine echte Adresse der eigenen Domain setzen — eine fremde Absenderdomain bricht SPF/DKIM
Testen mit einer Registrierung auf eine externe Adresse (Gmail/Outlook)
und Kontrolle, ob die Mail im Posteingang statt im Spam landet.
Fehlversuche stehen in der Tabelle outbound_emails mit
status = 'failed'.
Stripe und Dolibarr
Details zur Funktionsweise stehen in docs/billing.md. Für den Go-Live:
- Staging mit Stripe-Test-Keys betreiben und den kompletten Ablauf einmal durchspielen: Checkout, Upgrade, Downgrade, Kündigung, Customer Portal.
- Webhook-Endpunkt im Stripe-Dashboard auf
https://<host>/stripe-webhook.phpregistrieren (je Umgebung einen eigenen) und das dort erzeugte Signing Secret alsSTRIPE_WEBHOOK_SECRETeintragen. Ohne gültiges Secret weiststripe-webhook.phpalle Ereignisse ab. - Für Produktion auf Live-Keys wechseln und den Webhook erneut registrieren — Test- und Live-Modus haben getrennte Webhooks und getrennte Secrets.
- Dolibarr:
DOLIBARR_URLundDOLIBARR_API_KEYeintragen. Achtung, das ist die produktive Buchhaltungsinstanz des Kunden, es gibt keine Sandbox. Dervalidate()-Aufruf beim Rechnungsabschluss ist lautdocs/billing.mdbewusst nie live getestet worden — der erste echte Zahlungseingang ist dessen erster Test. Danach in Dolibarr kontrollieren, ob die Rechnung korrekt angelegt und validiert wurde.
PayPal-Postfach
Für die automatische Verbuchung weitergeleiteter PayPal-Zahlungsmails
muss das Postfach aus PAYPAL_INBOX_BASE (Vorgabe
zahlungen@kaffeeliste.de) existieren und Plus-Adressierung an
dieselbe Mailbox zustellen (Catch-All), damit die pro Mandant
generierten Adressen zahlungen+<token>@… ankommen. IMAP-Zugangsdaten in
env.local.php eintragen und die imap-Extension auf dem Host prüfen.
Erster Testlauf
scripts/fetch-paypal-payments.php --dry-run fasst nichts an: es meldet
Verbindung, erkannten Mandanten und was mit jeder Mail passieren würde
(would_book / would_queue / would_park / duplicate), speichert
aber nichts, bucht nichts und markiert keine Mail als gelesen. Erst der
Lauf ohne --dry-run verbucht.
Reihenfolge für die Inbetriebnahme:
- Eingangsadresse des Mandanten holen — sie steht auf
paypal-zuordnung.php(„PayPal-Zahlungen"). - Eine echte PayPal-Zahlungsmail dorthin weiterleiten.
- Task mit
--dry-runauslösen, Ausgabe kontrollieren. - Task ohne
--dry-runauslösen, Ergebnis in der App prüfen (Journal-Vorschau bzw. Warteschlange). - Erst danach den Task auf den regelmäßigen Takt stellen.
Ohne IMAP lässt sich die Verarbeitung auch mit einer gespeicherten Mail prüfen:
php scripts/fetch-paypal-payments.php --file=mail.html \
--recipient=zahlungen+<token>@kaffeeliste.de --from=service@paypal.de [--dry-run]
Die Verarbeitungskette selbst (Absenderprüfung, Token, Parser, Zuordnung,
Buchung, Dedup, Parken) deckt scripts/check-paypal-inbox-flow.php als
Regressionstest ab — alles außer der IMAP-Verbindung.
Deploy-Ablauf für ein Update
- Lokal committen und pushen.
- FTP-Sync ausführen (Ausschlussliste greift automatisch).
- Falls neue Migrationen dabei sind: Migrations-Task in Plesk einmal auslösen.
- Stichprobe: Login, Dashboard, eine Strich-Buchung, PDF-Export.
Ein echtes Rollback gibt es nicht; im Fehlerfall wird der vorherige Commit-Stand erneut hochgeladen. Migrationen sind nicht rückwärts lauffähig — vor einem Deploy mit Schemaänderungen daher immer ein frisches Backup ziehen.
Go-Live-Checkliste
Vor der Umstellung auf app.kaffeeliste.de:
- Kompletter Funktionsdurchlauf auf Staging erfolgreich (Registrierung, Mailversand, Mitglieder, Striche, Einzahlungen, CSV-Import, PDF-Export, Jahresauswertung, Stripe im Testmodus)
- Die sechs Abruf-Tests aus Schritt 3 liefern alle 403/404
display_errorsproduktiv aus,log_errorsan- SPF/DKIM/DMARC gesetzt, Testmail landet nicht im Spam
- Backup-Task läuft und ein Restore wurde einmal testweise
eingespielt (
docs/betrieb-backup-monitoring.md) - Stripe-Live-Keys und Produktiv-Webhook eingetragen
- Impressum, AGB und Datenschutzerklärung inhaltlich freigegeben
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) für Kunden vorbereitet
- Frische Produktivdatenbank ohne Testdaten
Bewusst offen
- Content-Security-Policy: nicht gesetzt, weil die Templates
durchgängig Inline-Styles nutzen. Begründung und Umfang in
docs/m8-haertung.md. - Automatisiertes Deployment (CI/CD, Build-Schritt): nicht eingerichtet. Bei einer flachen PHP-App ohne Build-Prozess und einem einzelnen Deployer ist der FTP-Sync angemessen.
DataTables/undjs/: liegen im Repo, werden aber von keiner Seite mehr eingebunden. Sie sind per.htaccessgesperrt und können bei Gelegenheit entfernt werden.