app/totp.php implementiert RFC 6238 selbst statt per Bibliothek: der Algorithmus ist ein HMAC plus eine Truncation, und ein zweiter Faktor ist die letzte Stelle fuer ungepruefte Abhaengigkeiten. Der QR-Code entsteht aus dem ohnehin vorhandenen TCPDF, damit kein externer Dienst das Geheimnis sieht. Beim Login wird die Anmeldung bei aktivem zweitem Faktor nicht abgeschlossen; der Zwischenzustand gewaehrt keinerlei Zugriff und ist byte-identisch zu einem unangemeldeten Aufruf. users.totp_last_step verhindert die Wiederverwendung eines abgefangenen Codes innerhalb seines Gueltigkeitsfensters. Abschalten verlangt Passwort und Code. APP_REQUIRE_2FA_FOR_ADMINS macht den Faktor fuer Platform-Admins verbindlich, per Weiterleitung auf die Einrichtung statt als harte Sperre - sonst koennte der Schalter den einzigen Admin aussperren. Standard aus. check-konto-und-mandantenwechsel erwartete beim Login noch das entfernte Kundenkuerzel-Feld und damit einen direkten Sprung aufs Dashboard; der Check bildet jetzt den tatsaechlichen Weg ueber die Mandantenauswahl ab. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
22 KiB
Deployment und Go-Live
Stand: 2026-08-22
Dieses Dokument beschreibt, wie die Anwendung auf den Netcup-Webspace
(Plesk) ausgerollt und in Betrieb genommen wird. Es ergänzt
docs/betrieb-backup-monitoring.md (Backup/Monitoring) und
docs/betrieb-mail.md (Mailversand).
Umgebungen
| Umgebung | Host | Webroot | Tabellen-Prefix | Zweck |
|---|---|---|---|---|
| Staging | testumgebung.kaffeeliste.de |
/testumgebung.kaffeeliste.de/httpdocs/ |
test_ |
Vollständiger Durchlauf vor jedem Produktiv-Deploy |
| Produktion | app.kaffeeliste.de (App) + kaffeeliste.de (Marketing) |
noch einzurichten | prod_ |
Echtbetrieb |
Beide Umgebungen verwenden dieselbe physische Datenbank, aber zwingend
unterschiedliche Tabellen-Prefixe und jeweils eine eigene env.local.php.
Damit sind Daten, Migrationstabellen und Fremdschlüssel von Staging und
Produktion logisch getrennt. Die Staging-Umgebung läuft mit Stripe-Testkeys,
die Produktion mit Live-Keys.
Der Prefix schützt vor versehentlichem Zugriff der einen Umgebung auf die Tabellen der anderen, ersetzt aber keine getrennte Datenbank als harte Sicherheitsgrenze: Ein kompromittierter gemeinsamer Datenbankzugang kann weiterhin alle Tabellen sehen. Deshalb Zugangsdaten besonders restriktiv behandeln und immer die gesamte Datenbank sichern.
Host-Split beachten
index.php prüft den Request-Host gegen APP_HOST: stimmt er nicht
überein, wird statt des Dashboards die Landingpage ausgeliefert. Auf
Staging muss deshalb APP_HOST=testumgebung.kaffeeliste.de gesetzt sein,
sonst kommt man nie ins Dashboard.
In Produktion zeigen beide Vhosts (kaffeeliste.de und
app.kaffeeliste.de) auf dasselbe Webroot; APP_HOST=app.kaffeeliste.de
sorgt dann automatisch dafür, dass die Marketing-Domain die Landingpage
und die App-Domain das Dashboard zeigt.
Was deployt wird — und was nicht
Der Upload läuft über den FTP-Sync (sync_config.jsonc, Umgebung
netcup). Die Ausschlussliste dort ist sicherheitsrelevant und darf nicht
geleert werden:
Nicht ausliefern: .git, .gitignore, .claude, .local, .vscode,
.env.local, env.local.php, sync_config.jsonc, var/, docs/,
README.md.
.gitwäre sonst komplett herunterladbar (kompletter Quellcode plus Historie)..env.localenthält die Zugangsdaten der Entwicklungsdatenbank.sync_config.jsoncenthält das FTP-Passwort im Klartext.var/ist Laufzeitzustand des Servers (Sessions, Uploads) und würde vom lokalen Stand überschrieben.
scripts/ und database/ werden mit ausgeliefert — die
Plesk-Scheduled-Tasks führen sie vom Webspace aus. Per URL sind sie durch
die .htaccess gesperrt.
Zusätzlich sperrt die .htaccess var|database|scripts|docs|app|lib,
die Vendor-Verzeichnisse TCPDF|PHPMailer|DataTables, Dotfile-Ordner
sowie Konfigurationsdateien und .sql/.md/.jsonc/.sh/.log-Dateien.
Im Ordner legal/ sind ausschließlich datierte .txt-Fassungen von AGB,
Datenschutz, AVV und Widerrufsbelehrung als dauerhafte Downloads erlaubt.
Sie erzwingt außerdem HTTPS — ohne Redirect käme ein Nutzer per http an
und bekäme eine Session-Cookie ohne secure-Flag.
Erstinbetriebnahme einer Umgebung
1. Hosting-Voraussetzungen prüfen
In Plesk unter PHP-Einstellungen bzw. über eine temporäre
phpinfo()-Datei kontrollieren:
- PHP ≥ 8.1
- Extensions:
pdo_mysql,fileinfo(CSV-Upload),openssl,imap(nur für den PayPal-Mailabruf nötig) allow_url_fopen = On—app/stripe.phpundapp/dolibarr.phpsprechen ihre APIs bewusst über PHP-Streams statt cURL an und fallen ohne diese Einstellung ausdisplay_errors = Off,log_errors = On(siehedocs/betrieb-backup-monitoring.md)- Let's-Encrypt-Zertifikat für den Host ausgestellt
Die temporäre phpinfo()-Datei danach wieder löschen.
2. Datenbank anlegen
In Plesk eine MySQL-Datenbank samt Benutzer anlegen. Beide Umgebungen dürfen
dieselben Zugangsdaten verwenden; die Trennung erfolgt über
DB_TABLE_PREFIX=test_ beziehungsweise DB_TABLE_PREFIX=prod_.
Unpräfixierte vorhandene Testdaten dürfen ausschließlich mit dem dafür
vorgesehenen Übernahmeskript nach test_ kopiert werden. Sie dürfen niemals
nach prod_ übernommen werden.
3. Dateien hochladen
FTP-Sync ausführen. Danach prüfen, dass folgende URLs 403/404 liefern und nicht etwa Inhalt:
https://<host>/sync_config.jsonc
https://<host>/.env.local
https://<host>/.git/config
https://<host>/scripts/migrate.php
https://<host>/docs/deployment.md
https://<host>/app/bootstrap.php
Liefert eine davon Inhalt, greift die .htaccess nicht (z. B. weil
AllowOverride deaktiviert ist) — dann erst weitermachen, wenn das
geklärt ist.
4. env.local.php anlegen
env.local.example.php als Vorlage nehmen, ausfüllen und direkt per
FTP als env.local.php ins Webroot legen. Die Datei ist bewusst nicht
im Repository und wird nicht mit deployt, damit ein Deploy sie nie
überschreibt.
Für Staging mindestens:
putenv('APP_ENV=prod'); // 'dev' würde Mails nur ins Log schreiben
putenv('APP_HOST=testumgebung.kaffeeliste.de');
putenv('APP_TIMEZONE=Europe/Berlin');
putenv('APP_DB_DRIVER=mysql');
putenv('DB_HOST=localhost');
putenv('DB_NAME=…'); putenv('DB_USER=…'); putenv('DB_PASS=…');
putenv('DB_TABLE_PREFIX=test_');
putenv('APP_SESSION_PATH=' . __DIR__ . '/var/sessions');
putenv('APP_MAIL_TRANSPORT=mail');
putenv('APP_MAIL_FROM=noreply@kaffeeliste.de');
Stripe-, Dolibarr- und IMAP-Werte je Umgebung ergänzen (siehe unten).
In der produktiven env.local.php muss stattdessen
DB_TABLE_PREFIX=prod_ stehen. Ein leerer Prefix ist im laufenden Betrieb
nicht zulässig.
5. Schreibrechte für var/
app_start_session() legt var/sessions bei Bedarf selbst an, braucht
dafür aber Schreibrechte im Webroot. Nach dem ersten Aufruf prüfen, dass
var/sessions existiert und beschreibbar ist; ebenso var/uploads für
den CSV-Import. Beide sind per .htaccess von außen gesperrt.
6. Migrationen einspielen
Es gibt 30 versionierte Migrationen in database/migrations/, angewendet
über scripts/migrate.php. Das Skript ist idempotent und wendet nur
fehlende Migrationen an. Es arbeitet ausschließlich im Prefix aus der
jeweiligen env.local.php; daher müssen Migrationen einmal in Staging und
einmal in Produktion ausgeführt werden.
Für die einmalige Übernahme vorhandener, bisher unpräfixierter Testdaten:
php scripts/migrate-table-prefix.php --target-prefix=test_ --replace
Das Skript migriert zuerst das test_-Schema, ersetzt dessen Inhalt
transaktional durch eine exakte Kopie der unpräfixierten Daten und vergleicht
pro Tabelle die Zeilenzahl. Die unpräfixierten Quelltabellen bleiben als
Rückfallmöglichkeit unverändert. Vor dem Lauf trotzdem ein vollständiges
Datenbank-Backup erstellen.
Ohne SSH-Zugang läuft das über Plesk → Geplante Aufgaben (Scheduled Tasks) als einmalig ausgeführter Task vom Typ PHP-Skript ausführen:
Skriptpfad: /httpdocs/scripts/migrate.php
Der Task muss nach dem Ausführen wieder deaktiviert oder gelöscht werden.
Die Ausgabe (Applied migration: … bzw. No new migrations.) lässt sich
per E-Mail-Benachrichtigung des Tasks kontrollieren.
Alternative ohne Scheduled Task: die Migrationsdateien der Reihe nach in
phpMyAdmin importieren — dann fehlt allerdings der Eintrag in der
Versionstabelle, den migrate.php pflegt. Der Scheduled-Task-Weg ist
deutlich vorzuziehen.
Nach jedem Deploy mit neuen Migrationen wiederholen.
7. Ersten Mandanten anlegen
Über register.php auf dem konfigurierten Host registrieren. Für
Plattform-Administrationsrechte (Back-Office über alle Mandanten hinweg)
anschließend scripts/grant-platform-admin.php als einmaligen
Plesk-Task ausführen.
Wiederkehrende Aufgaben (Plesk Scheduled Tasks)
Ohne diese Tasks fehlen Zahlungserinnerungen, die automatische PayPal-Verbuchung und — kritisch — die Backups.
| Task | Skript / Befehl | Empfohlener Takt |
|---|---|---|
| Zahlungserinnerungen | /httpdocs/scripts/send-payment-reminders.php |
täglich, z. B. 07:00 |
| PayPal-Mailabruf | /httpdocs/scripts/fetch-paypal-payments.php |
alle 15–30 Minuten |
| Technische Löschfristen | /httpdocs/scripts/purge-expired-operational-data.php |
stündlich |
| Beendete Verträge löschen | /httpdocs/scripts/purge-ended-contracts.php |
täglich |
| Datenbank-Backup | Shell-Befehl, siehe docs/betrieb-backup-monitoring.md |
täglich nachts |
Zum Backup-Task: Das Zielverzeichnis muss außerhalb von httpdocs
liegen (z. B. /backups auf Vhost-Ebene), sonst wären die Dumps
öffentlich abrufbar. Zusätzlich mindestens eine Kopie an einen anderen
Ort übertragen — ein Backup, das nur auf demselben Webspace liegt,
schützt nicht gegen den Ausfall des Anbieters.
Vor der Scharfschaltung die Aufgaben mit Lösch- oder Buchungswirkung zuerst
manuell mit --dry-run auslösen. Dies unterstützen
send-payment-reminders.php, fetch-paypal-payments.php,
purge-expired-operational-data.php und purge-ended-contracts.php.
Mailversand und DNS
Der Versand läuft über PHPs mail() (APP_MAIL_TRANSPORT=mail, siehe
docs/betrieb-mail.md). Das betrifft Registrierungsbestätigung,
E-Mail-Verifikation, Passwort-Reset, Mitglieder-Einladungen,
Zahlungserinnerungen und den Massenmailversand — also den kompletten
Onboarding-Pfad.
Vor Go-Live für die Absenderdomain einrichten und prüfen:
- SPF-Eintrag, der den Mailserver des Webspace autorisiert
- DKIM-Signierung (in Plesk pro Domain aktivierbar)
- DMARC-Eintrag
APP_MAIL_FROMauf eine echte Adresse der eigenen Domain setzen — eine fremde Absenderdomain bricht SPF/DKIM
Testen mit einer Registrierung auf eine externe Adresse (Gmail/Outlook)
und Kontrolle, ob die Mail im Posteingang statt im Spam landet.
Fehlversuche stehen in der Tabelle outbound_emails mit
status = 'failed'.
Stripe und Dolibarr
Details zur Funktionsweise stehen in docs/billing.md. Für den Go-Live:
- Staging mit Stripe-Test-Keys betreiben und den kompletten Ablauf einmal durchspielen: Checkout, Upgrade, Downgrade, Kündigung, Customer Portal.
- Webhook-Endpunkt im Stripe-Dashboard auf
https://<host>/stripe-webhook.phpregistrieren (je Umgebung einen eigenen) und das dort erzeugte Signing Secret alsSTRIPE_WEBHOOK_SECRETeintragen. Ohne gültiges Secret weiststripe-webhook.phpalle Ereignisse ab. - Für Produktion auf Live-Keys wechseln und den Webhook erneut registrieren — Test- und Live-Modus haben getrennte Webhooks und getrennte Secrets.
- Dolibarr:
DOLIBARR_URLundDOLIBARR_API_KEYeintragen. Achtung, das ist die produktive Buchhaltungsinstanz des Kunden, es gibt keine Sandbox. Dervalidate()-Aufruf beim Rechnungsabschluss ist lautdocs/billing.mdbewusst nie live getestet worden — der erste echte Zahlungseingang ist dessen erster Test. Danach in Dolibarr kontrollieren, ob die Rechnung korrekt angelegt und validiert wurde.
Der Link „Zahlungsmethode verwalten“ startet technisch ausschließlich einen Stripe-Flow zur Aktualisierung der Zahlungsart. Im Stripe-Dashboard dürfen der öffentliche No-Code-Portal-Login und Tarifwechsel außerhalb der Anwendung nicht zusätzlich freigeschaltet werden; Bestellungen und Kündigungen sollen nur über die dokumentierten Abläufe der Kaffeeliste erfolgen.
Zwei-Faktor-Anmeldung
Jedes Konto kann unter zwei-faktor-einrichten.php (verlinkt aus
konto.php) einen zweiten Faktor per TOTP einrichten — dieselben
sechsstelligen Codes, die Aegis, 2FAS, Google Authenticator oder ein
Passwortmanager erzeugen.
app/totp.php implementiert RFC 6238 selbst, statt eine Bibliothek zu
ziehen: der Algorithmus ist ein HMAC plus eine Truncation, und ein zweiter
Faktor ist die letzte Stelle, an der man ungeprüfte Abhängigkeiten haben
will. Der QR-Code entsteht aus dem ohnehin vorhandenen TCPDF — kein
externer Dienst bekommt das Geheimnis zu sehen.
Ablauf beim Login: stimmt das Passwort und ist ein zweiter Faktor scharf,
wird die Anmeldung nicht abgeschlossen. Es entsteht nur ein
Zwischenzustand (totp_pending_user_id, 15 Minuten gültig), der für sich
genommen keinerlei Zugriff gewährt; erst der Code stellt die Sitzung her.
Wer mehrere Mandanten hat, kommt auch erst danach zur Mandantenauswahl.
Weitere Festlegungen:
- Wiederherstellungscodes: zehn Stück, nur direkt nach der Einrichtung im Klartext sichtbar, gespeichert als Hash, jeder genau einmal gültig. Auf der Code-Seite genügt es, statt des App-Codes einen davon einzugeben — Buchstaben im Feld unterscheiden die beiden Fälle.
- Wiederverwendung ausgeschlossen:
users.totp_last_stepmerkt sich den zuletzt eingelösten Zeitschritt. Ohne das ließe sich ein abgefangener Code innerhalb seines Gültigkeitsfensters ein zweites Mal verwenden. - Toleranz von einem Zeitschritt (±30 s) für Uhrenabweichungen.
- Rate-Limit auf der Code-Eingabe: 5 Versuche pro Konto und 20 pro IP je 15 Minuten — sechs Ziffern sind sonst schnell durchprobiert.
- Abschalten verlangt Passwort und gültigen Code.
APP_REQUIRE_2FA_FOR_ADMINS=1 macht den zweiten Faktor für Platform-Admins
verbindlich: das Back-Office leitet dann auf die Einrichtung um, statt hart
zu sperren — sonst könnte der Schalter den einzigen Platform-Admin dauerhaft
aussperren. Erst umlegen, nachdem die eigene Einrichtung getestet ist.
Abgedeckt von scripts/check-totp-flow.php (Algorithmus inklusive der
RFC-6238-Testvektoren, Persistenz, Wiederherstellungscodes) und
scripts/check-2fa-http-flow.php (Anmeldeweg; braucht einen laufenden
Webserver).
Schutz der offenen Registrierung
Ab Juli 2026 liefen auf testumgebung.kaffeeliste.de täglich 10–20
automatisierte Registrierungen: zufällige Namen kombiniert mit fremden,
echten E-Mail-Adressen. Der Server verschickte daraufhin Vertrags- und
Verifikationsmail an Leute, die nie etwas bestellt hatten — Mail-Bombing
über die eigene Domain, auf Kosten der Zustellbarkeit. Das IP-Rate-Limit
griff nicht, weil jede Anfrage über eine eigene Rechenzentrums-IP kam.
app/spam-guard.php stellt deshalb vor register.php:
- Honigtopf — ein für Menschen unsichtbares Feld (
contact_reference), das Formular-Bots ausfüllen. Die Positionierung steht bewusst inline und nicht inpublic.css: lädt das Stylesheet einmal nicht, wäre das Feld sonst sichtbar und ein echter Nutzer könnte hineinschreiben. - Zeitfalle — mindestens vier Sekunden zwischen Ausliefern und Absenden des Formulars.
- Globale Notbremse — höchstens 20 Registrierungen pro Stunde über alle IPs hinweg, zusätzlich zum bestehenden Limit von 5 pro IP.
- Domain-Prüfung — die Mail-Domain muss einen MX- oder A/AAAA-Record
haben. Fehlt
checkdnsrr(), wird durchgelassen: eine kaputte DNS-Auflösung darf keine echten Registrierungen blockieren.
Honigtopf, Zeitfalle und beide Rate-Limits antworten mit derselben
generischen Meldung, damit die Antwort nicht verrät, welche Hürde
angeschlagen hat. Treffer stehen im PHP-Error-Log (Spam-Guard: …) — dort
lässt sich ablesen, ob die Maßnahmen greifen. Nur die Domain-Prüfung nennt
den Grund, weil das in aller Regel ein Tippfehler eines echten Nutzers ist.
Bewusst kein Captcha: Turnstile oder hCaptcha wären wirksam, holen aber einen Drittanbieter in den Registrierungspfad und damit in die Datenschutzerklärung. Erst wenn die obigen Hürden nachweislich nicht reichen, ist das die nächste Stufe.
Abgedeckt von scripts/check-spam-guard.php (ohne Datenbank lauffähig).
Betreiber-Benachrichtigung bei neuer Registrierung
register.php schickt nach einer erfolgreichen Selbstregistrierung einen
Pushover-Push an den Betreiber (app/pushover.php). Dafür in
env.local.php PUSHOVER_TOKEN (App-Token aus dem Pushover-Dashboard) und
PUSHOVER_USER (eigener User- oder Group-Key) setzen. Fehlt einer der
beiden Werte, ist die Benachrichtigung still deaktiviert — auf Staging also
einfach leer lassen.
Der Versand ist bewusst folgenlos: Schlägt er fehl, landet die Ursache im
PHP-Error-Log, die Registrierung läuft trotzdem durch. Der Aufruf sitzt
deshalb in register.php und nicht in saas_register_tenant_owner() — die
check-*-Skripte in scripts/ registrieren Testmandanten und würden sonst
bei jedem Lauf Pushes auslösen.
PayPal-Postfach
Für die automatische Verbuchung weitergeleiteter PayPal-Zahlungsmails
muss das Postfach aus PAYPAL_INBOX_BASE (Vorgabe
zahlungen@kaffeeliste.de) existieren und Plus-Adressierung an
dieselbe Mailbox zustellen (Catch-All), damit die pro Mandant
generierten Adressen zahlungen+<token>@… ankommen. IMAP-Zugangsdaten in
env.local.php eintragen und die imap-Extension auf dem Host prüfen.
Erreichbarkeit prüfen
scripts/check-imap-support.php beantwortet in einem Lauf, ob dieser Host
das Postfach erreichen kann: PHP-Version, ob die imap-Erweiterung
geladen ist, ob die PAYPAL_*-Einstellungen gesetzt sind, und ob sich das
Postfach auch ohne die Erweiterung über eine reine TLS-Verbindung
öffnen lässt. Der Test ist nur lesend (EXAMINE, keine Flags), das
Passwort wird nie ausgegeben.
Fehlt die Erweiterung: In Plesk unter PHP-Einstellungen prüfen, ob
imap angeboten wird — nachinstallieren kann sie nur der Anbieter
(plesk-php8x-imap). Seit PHP 8.4 ist imap kein Bestandteil von PHP
mehr (nach PECL ausgelagert); auf 8.4/8.5 steht sie deshalb oft gar nicht
mehr zur Wahl, dann hilft ein PHP-Handler auf 8.3 — oder ein Abruf über
die TLS-Verbindung, die das Diagnoseskript bereits nachweist.
Erster Testlauf
scripts/fetch-paypal-payments.php --dry-run fasst nichts an: es meldet
Verbindung, erkannten Mandanten und was mit jeder Mail passieren würde
(would_book / would_queue / would_park / duplicate), speichert
aber nichts, bucht nichts und markiert keine Mail als gelesen. Erst der
Lauf ohne --dry-run verbucht.
Reihenfolge für die Inbetriebnahme:
- Eingangsadresse des Mandanten holen — sie steht auf
paypal-zuordnung.php(„PayPal-Zahlungen"). - Eine echte PayPal-Zahlungsmail dorthin weiterleiten.
- Task mit
--dry-runauslösen, Ausgabe kontrollieren. - Task ohne
--dry-runauslösen, Ergebnis in der App prüfen (Journal-Vorschau bzw. Warteschlange). - Erst danach den Task auf den regelmäßigen Takt stellen.
Ohne IMAP lässt sich die Verarbeitung auch mit einer gespeicherten Mail prüfen:
php scripts/fetch-paypal-payments.php --file=mail.html \
--recipient=zahlungen+<token>@kaffeeliste.de [--dry-run]
Die Verarbeitungskette selbst (Token, Parser, Zuordnung, Buchung, Dedup,
Parken) deckt scripts/check-paypal-inbox-flow.php als
Regressionstest ab — alles außer der IMAP-Verbindung.
Deploy-Ablauf für ein Update
- Lokal committen und pushen.
- FTP-Sync ausführen (Ausschlussliste greift automatisch).
- Falls neue Migrationen dabei sind: Migrations-Task in Plesk einmal auslösen.
- Stichprobe: Login, Dashboard, eine Strich-Buchung, PDF-Export.
Ein echtes Rollback gibt es nicht; im Fehlerfall wird der vorherige Commit-Stand erneut hochgeladen. Migrationen sind nicht rückwärts lauffähig — vor einem Deploy mit Schemaänderungen daher immer ein frisches Backup ziehen.
Go-Live-Checkliste
Vor der Umstellung auf app.kaffeeliste.de:
Zuerst aus dem Projektverzeichnis ausführen:
php scripts/check-production-readiness.php
Der Check blockiert unter anderem bei fehlender B2C-Telefonnummer, unsicherer Basis-URL, fehlenden Zahlungs-/Abrechnungsschlüsseln, zu offenen Rechten der Secret-Dateien oder einer nicht angewendeten Legal-Migration.
- Kompletter Funktionsdurchlauf auf Staging erfolgreich (Registrierung, Mailversand, Mitglieder, Striche, Einzahlungen, CSV-Import, PDF-Export, Jahresauswertung, Stripe im Testmodus)
- Die sechs Abruf-Tests aus Schritt 3 liefern alle 403/404
display_errorsproduktiv aus,log_errorsan- SPF/DKIM/DMARC gesetzt, Testmail landet nicht im Spam
- Backup-Task läuft und ein Restore wurde einmal testweise
eingespielt (
docs/betrieb-backup-monitoring.md) - Stripe-Live-Keys und Produktiv-Webhook eingetragen
LEGAL_PHONE,LEGAL_EMAILundLEGAL_TICKET_URLzeigen auf tatsächlich betreute Kontaktwege; Tickets werden werktags regelmäßig bearbeitet- Impressum, AGB, Datenschutz, AVV und Widerrufsbelehrung inhaltlich anwaltlich für B2B und B2C freigegeben
- Kündigungs- und Widerrufsformular erzeugen beim Kunden und bei
LEGAL_EMAILeine E-Mail; die Textbestätigung lässt sich speichern - Offene Rechtserklärungen werden täglich im Back-Office geprüft; Rückzahlungen nach Widerruf werden manuell über Stripe fristgerecht bearbeitet (die Anwendung beendet das Abo, erstattet aber nicht automatisch)
- Stripe Checkout läuft auf Deutsch, zeigt Endpreis und Monatslaufzeit; Test von Neubuchung, Tarifwechsel und Kündigung zum Periodenende
- Webserver-Access-Logs werden spätestens nach sieben Tagen gelöscht oder anonymisiert; TLS/HSTS ist auf allen öffentlichen Domains aktiv
- Täglicher Task
php scripts/purge-ended-contracts.phpist eingerichtet; ein Vorlauf mit--dry-runwurde kontrolliert - Stündlicher Task
php scripts/purge-expired-operational-data.phpist eingerichtet; ein Vorlauf mit--dry-runwurde kontrolliert - Frisches
prod_-Schema ohne Testdaten; Staging verwendet ausschließlichtest_
Bewusst offen
- Content-Security-Policy: nicht gesetzt, weil die Templates
durchgängig Inline-Styles nutzen. Begründung und Umfang in
docs/m8-haertung.md. - Automatisiertes Deployment (CI/CD, Build-Schritt): nicht eingerichtet. Bei einer flachen PHP-App ohne Build-Prozess und einem einzelnen Deployer ist der FTP-Sync angemessen.
DataTables/undjs/: liegen im Repo, werden aber von keiner Seite mehr eingebunden. Sie sind per.htaccessgesperrt und können bei Gelegenheit entfernt werden.